Trauer & Kommunikation

Was schreiben? Die Wahl der richtigen Worte

Die richtigen Worte für die Liebsten zu finden ist im normalen Leben oft schon schwer. Die richtigen Worte für die Liebsten zu finden, wenn Sie Hinterbliebene sind, noch schwerer. Unter diesem Punkt möchten wir Ihnen einige Hilfestellungen geben. Erlebtes, geteiltes, schönes ist jedoch so individuell wie die Menschheit selbst. Sehen Sie es als das an was es ist, eine Hilfestellung und bleiben Sie Ihrer Linie, Ihrer Wortwahl treu.

Beim Abschied entsteht etwas neues, die Erinnerung.

Teilen Sie mit Ihren Liebsten wie sie waren. Sicherlich ist dies sehr unterschiedlich in welcher Rolle Sie die Nachrichten hinterlassen. Suchen Sie die richtigen Worte für Ihren Lebenspartner, Ihre Eltern oder Ihre Kinder.

Zelebrieren Sie das Andenken an Ihre Beziehung zueinander. Es gibt etwas, was sie, nur sie gemeinsam verbindet. Wählen Sie Geschichten, Erlebnisse und Momente davon aus. Halten Sie so die Erinnerung am Leben. Diese Gefühle, die Sie durch diese Nachrichten auslösen bringen Sie wieder zusammen und helfen dem Liebsten sich so an Sie zu erinnern, wie Sie waren. Beschreiben Sie Ihre Freundschaft, wie Sie sie empfunden haben, wie Ihre Verbindung war und für was sie dankbar sind. So können Ihre Liebsten die Geschichte Ihrer Beziehung zueinander wieder authentisch erleben. Schreiben Sie über glückliche, lustige, skurrile Momente, die Sie gemeinsam erlebt haben. Frieren Sie so diese Momente für Ihre Liebsten ein.

Wahl des richtigen Zeitpunktes

Sofern zwei Werktage für die Postzustellung eingeplant wurden, stellt sich die Frage: wann soll die Nachricht ankommen? Zu einem bestimmten Ereignis? Wie etwa zum Todestag, Geburtstag, einem Jahrestag, zu Weihnachten? Oder an einem völlig unabhängigen Tag? Wie lange sollte man warten? Wann ist der “richtige” Zeitpunkt? Wann will man die Erinnerung an einen wecken?

Trauern, wenn man einen nahestehenden Menschen verloren hat, ist so persönlich und so verschieden, wie es unterschiedliche Menschen, Temperamente und Lebensgeschichten gibt. Es gibt kein “Schema F” bei Trauer. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg der Trauer. Sie kann lange anhalten und intensiv ausgelebt werden, oder still und für Außenstehende kaum merklich. Manche Trauernde sind eine Weile für nichts anderes ansprechbar. Sie können völlig in sich versinken und erst ganz allmählich wieder in ihr alltägliches Leben zurückfinden. Bei anderen meldet sich die Trauer in wiederkehrenden Wellen, die sich mit einem alltäglicheren Lebensgefühl abwechseln.

Trauer muss keineswegs ein gleich bleibendes, tränenreiches Gefühl sein. Trauergefühle können in alle Richtungen gehen: wild und zart, zurückgezogen oder offensiv nach außen gerichtet. Schmerz und Zorn stehen neben Liebe und Dankbarkeit, stilles Leid und innere Leere neben Lebenswillen. Verlassenheitsgefühle, Nicht-wahrhaben-wollen, Ohmnmacht und Angst wechseln mit Momenten der Akzeptanz des Geschehenen und der Erleichterung. Je nach Persönlichkeit gibt es einen ganz unterschiedlichen Umgang mit dem Verlust. Kinder können andere Bedürfnisse haben als Eltern, die Partnerin oder der Partner.

Um Ihnen eine Hilfestellung zu geben, wann der “richtige” Zeitpunkt sein könnte haben wir im folgenden die 5 Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross dargestellt. Elisabeth Kübler-Ross war eine schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin und Geistheilerin. Sie befasste sich mit dem Tod und dem Umgang mit Sterbenden, mit Trauer und Trauerarbeit sowie mit Nahtoderfahrungen und ist einer der Begründer der modernen Sterbeforschung.

Die 5 Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross

Ein interessantes Phänomen, was Elisbeth Kübler-Ross durch Interviews mit Sterbenden im Jahr 1969 feststellte ist, dass die Trauerphasen der Sterbendenden sowie der sie Begleitenden eng miteinander verknüpft sind. Der essentielle Unterschied ist allerdings, dass Sterbender und Trauernder nicht gleichzeitig in derselben Phase sind.  Was das Verständnis, die Kommunikation erschwert, aber letztlich beide am Ende des Weges wieder vereint. Nocheinmal – jeder Mensch ist ein Individuum und reagiert anders. Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig den Freiraum geben und uns erlauben, anders damit umzugehen. Dies hier sind nur Annäherungen. Die Sterbeforscherin und amerikanische Ärztin Kübler-Ross teilt die Trauer in folgende 5 Phasen ein:
Diese Phasen sollen bei der Begleitung helfen, in unserem Falle Ihnen einen Anhaltspunkt hinsichtlich des Zeitpunktes und Inspiration für individuellen Texte dienen. Wir Menschen können Konflikte, Wünsche und Hoffnungen nur bei Lebzeiten ansprechen. Fällt uns das zu schwer und möchten wir über den Tod hinaus mit kleinen Nachrichten noch im Leben unserer Liebsten teilnehmen, so können wir diese Botschaften zu Lebzeiten auf Papier bringen. Um den Druck und den Versand im Nachhinein kümmern wir uns.

„Erst, wenn wir wirklich begriffen haben, dass wir auf Erden nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung haben – und dass es keinerlei Möglichkeit gibt, zu wissen, wann diese Zeit vorüber ist – erst dann werden wir damit beginnen jeden Tag so vollständig zu leben, als wäre es der einzige, der uns zur Verfügung steht.“

Elisabeth Kübler-Ross